Nein, bevor Sie jetzt zweifeln: Der Inhalt der Fragestellung ist schon richtig. Die Frage ist also, warum heiraten intelligente Frauen dümmere Männer? Sobald man ein bißchen darüber nachdenkt, fallen den meisten Menschen sofort eine Reihe augenscheinlich triftiger Gründe ein, warum dies so sein muss:

  • weil intelligente Männer eher auf weniger intelligente Frauen stehen
  • weil Intelligenz bei Frauen Männer abschreckt
  • weil Männer sich intelligenten Frauen nicht gewachsen fühlen
  • weil …
  • weil …
  • weil…

Das Erstaunliche daran ist: Alle diese Begründungen, die uns sofort und nahezu mühelos einfallen, sind alle kausaler Natur. Will sagen: Alle versuchen, eine inhaltliche Begründung zu finden. Und übersehen dabei das Offensichtliche: Dass dieses Ergebnis auftritt, liegt nicht an der Art und Weise unserer Partnerwahl, sondern schlicht und ergreifend an einem statistischen Effekt.Sagen wir einmal, die intelligentesten 3% aller Frauen wollen sich verlieben. Auf wen werden sie wohl häufiger treffen? Auf einen Mann mit höherem oder niedrigerem Intelligenzquotienten? Wenn wir einmal davon ausgehen, dass die Intelligenz zwischen den Geschlechtern in etwa gleich verteilt ist, ist die Antwort ziemlich klar.

Aber warum denken wir nicht gleich an die offensichtliche Lösung?

Weil unser Gehirn Geschichten liebt. Wir lieben den Umgang mit inhaltlichen Zusammenhängen, nicht aber den mit reinen Zahlen. Um im Bereich der Zahlen unterwegs zu sein, muss man seine Großhirnrinde schon ein bißchen anstrengen. Inhaltliche Zusammenhänge zu bilden geht viel leichter – und damit auch schneller. Deshalb fallen uns inhaltliche Begründungen viel leichter ein, als statistische.

Überlegen Sie jetzt einmal, was diese Eigenart menschlichen Denkens mit der Frage zu tun hat, wie wir unsere Mitarbeiter motivieren oder ganz konkret, bezogen auf mein Lieblingsthema, wie wir unsere Mitarbeiter vergüten. Wo liegt die höhere Motivationswirkung: In der Gestaltung eines rechnerisch exakten variablen Vergütungssystem, das dann über einen komplizierten Rechenmechanismus eine fast nicht mehr nachzuvollziehende Prämie ausspuckt oder in einem System, das von den Mitarbeitern wirklich verstanden wird.

Oder wie starkt die Bedeutung der Erklärung des inhaltlichen Zustandekommens des Bonus durch die Führungskraft im Vergleich zur einfachen Auszahlung des Bonus ist. Und – kurze Selbstreflexion – wie läuft das bei Ihnen?

Sicherlich werden wir in einem der nächsten Spickzettel nochmals auf unsere Art zu Denken und deren Bedeutung für ein wirksames Vergütungsmanagement zurückkommen. Für jetzt haben Sie vielleich einen kleinen Denkanstoß mitgenommen, auf jeden Fall aber ein spannende Frage kennengelernt, die jede müde Party wieder auf Schwung bringt.

Sie kennen jetzt ja die richtige Antwort!

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