Vertrauen Ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Schon als Kinder lernen wir, dass Vertrauen ein wichtiges Gut ist. Dass ich mich vertrauensvoll an meine Eltern wenden kann oder sogar muss, wenn die Gefahren der Welt auf mich einstürmen. Unser Thema bedeutet , ich kann mich auf den anderen verlassen, muss seine Absichten nicht hinterfragen, weiß, dass er oder sie in meinem Sinne handelt oder denkt, also sozusagen „zu meinem Besten“.

So weit, so gut. Aber ziehen wir das Wort Vertrauen doch einmal auseinander. Dann steckt nämlich die Silbe „ver-„ und das Wort „trauen“ darin. Vertrauen entgegenbringen bedeutet nämlich auch, sich trauen, dem anderen zu vertrauen. Aber worin liegt die Überwindung, anderen zu trauen, ihnen etwas zuzutrauen? Interessanterweise wurde dem Wort „trauen“ die Vorsilbe „ver-„ vorangestellt. Nicht gerade eine Vorsilbe die Positives assoziiert. Im neutralsten Fall drückt sie vielleicht einen Positions- oder Richtungswechsel aus („verschieben“). Doch häufig ist sie negativ belegt: Indem sie z. Bsp. ein Fehlverhalten andeutet („vergessen), den Verlust („verloren“) oder auch Verfall („verschimmelt“) oder Zerstörung („vernichtet“) beschreibt. Als häufig für ein „weg von“ steht.

Was ist aber dieses „weg von“ ? Gerade auch im Fall von Mitarbeiterführung und / oder Kindererziehung? Es geht dabei um Kontroll- vielleicht sogar um Machtverlust. Wenn ich vertraue, verzichte ich auch darauf, selbst handelnd einzugreifen oder die auszuführenden Handlungen vorzugeben. Vertrauen ist also ein wichtiges, wenn auch kein leichtes Element der Führung. Ich muss Freiraum geben, den mein Kind / der Mitarbeiter selbständig nutzen kann. Ohne dass ich Freiraum in Handlung oder Entscheidung gewähre, kann auch keine Vertrauensbasis entstehen. Das Vertrackte dabei ist, dass ich aber nicht nur auf meine Weisungsbefugnis verzichte, sondern gleichzeitig noch als Vater oder Führungskraft für die Handlungen meines Kindes / Mitarbeiters verantwortlich bin. Weder unser Rechtsstaat akzeptiert „Vertrauen“ als Entschuldigung für die Verletzung der Aufsichtspflicht, noch wird es im betrieblichen Kontext gelingen, die Fehlleistungen eines Mitarbeiters dadurch zu entschuldigen oder zur eigenen Entlastung zu verwenden. Gleichzeitig ist es aber wichtig, Vertrauen entgegenzubringen, da sonst, weder im Unternehmen noch in der Erziehung, Wachstum und Entwicklung möglich wird.

Gerade Eltern, aber vor allem auch Führungskräfte, brauchen hier „ein breites Kreuz“. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass unter anderem seit Thomas Hobbs unser Thema immer stärker auch als Selbstvertrauen verstanden wird. Vertrauen in die eigenen Stärken und die eigene Leistungsfähigkeit und in unserem Fall: die Fähigkeit seinen „Schutzbefohlenen“   Vertrauen zur richtigen Zeit und im richtigen Umfang entgegen zu bringen.

Ihr

Uwe Machwirth

 

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